Der große Nachschlag

Es wurde Zeit: ich habe meine Artikel-Übersicht aktualisiert, zu finden hier. Wenn ihr zu faul seid um drauf zuklicken, dann eben hier die Artikel der vergangenen Wochen:

Filmkritiken:

Gaming:

Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Ich weiß, ich weiß, ich bin ein verdammter Arsch, weil ich meinen Blog hier nicht weiterführe. Ich fühle mich deswegen auch sehr, sehr schlecht. So schlecht, dass ich für zig andere Seiten zig Artikel schreibe. Irgendwie muss ich meinen Kummer ja loswerden, nicht wahr?

Deswegen, wie beim ersten Mal Sex, kurz und schmerzhaft meine Artikel, die ich in den vergangenen Wochen so geschrieben habe:

Nerdgedanken.de:

Getgaming.de:

Rpgwelten.de:

Nerdgedanken und mehr

Seit über sieben Jahren schreibe ich schon über Videospiele. Da setzt irgendwann Stagnation ein. Zwar kommen mir zeitweise im minutentakt neue Artikelideen in den Sinn, doch manchmal muss eben mal eine Veränderung her: ab sofort bin ich für nerdgedanken.de zuständig. Ein gut besuchter Blog, der wirklich alles thematisiert: Filme, Serien, Musikstuff, Nerdkrams und so weiter. Nach einer etwas inaktiven Zeit läuft die Contentmaschine wieder auf Hochtouren – in Zukunft wollen wir da wesentlich mehr Themenfelder abdecken. Also schaut dort regelmäßig vorbei, das Ding wird noch richtig, richtig groß!

Abseits davon habe ich eine Menge neue Artikel veröffentlicht. Hier eine Liste, damit ihr auch ja nichts verpasst:

nerdgedanken.de:

RPGwelten.de:

getgaming.de:

Schöne neue Welt

Ich bin ein kreativer Freigeist, der macht, was er will. So würde eine Kurzbeschreibung von mir lauten. Habe ich mir selbst ausgedacht, und ich finde sie sehr passend. Zwar bin ich beruflich auch kreativ gefragt, aber das reicht mir nicht, sodass ich auch abseits der Arbeit meiner Phantasie freien Lauf lasse. Ich schreibe für mehrere Seiten über ganz unterschiedliche Themen. Na gut, hauptsächlich über Filme und Spiele. Doch gerade letzteres bietet eine derartige Tiefe, um auch abseits von Tests und Vorschauen interessante Kolumnen zu schreiben. Das mache ich hauptsächlich auf Getgaming, versuche das Thema Gaming aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu sehen. Auf nerdgedanken schreibe ich über Filme und die heiße Zooey Deschanel. Und hier irgendwie über alles, zumindest habe ich das geplant.

Jetzt kommt eine neue Seite hinzu: rpgwelten.de. Auf dem ersten Blick unscheinbar und nicht so pompös wie Gamestar und Konsorten. Völlig richtig, schließlich strukturiert sich die Seite derzeit neu und will (wieder) durchstarten. Lobenswert, wie ich finde. So lobenswert, dass ich dort redaktionell tätig bin. Einerseits, weil ich es liebe zu schreiben; andererseits, weil ich’s kann, ganz einfach. Wenn ich mit meinen Artikeln einer Seite helfen kann, ohne dafür 25 Stunden am Tag zu verbraten, bin ich gerne dabei – unabhängig davon, wie groß die Community ist.

Einen ersten Artikel habe ich dort schon geschrieben, nämlich über das trendige Thema Kickstarter. Schaut dort regelmäßig vorbei, um noch mehr von mir zu lesen. Die üblichen Verdächtigen werde ich natürlich weiterhin mit Artikeln versorgen, klar.

Abgefahrener Ausflug ins Alltägliche

Das geilste Zeug der Welt hält ja die Nische versteckt, also eine gewisse Szene. Man kann es Indie nennen, Anti-Mainstream-Gedöns vielleicht auch oder  sonst wie. Wie auch immer man es nennen mag, es durchzieht die ganze Welt: In jeder popkulturellen Welt gibt es Großes und Kleines, Aufregendes und Seichtes. Einer meiner Lieblingsfilme beispielsweise könnte sich auch Indie-Film nennen: (500) Days of Summer brauchte kein großes Budget oder die größten Schauspieler, um richtig, richtig gut zu sein. Gleiches gilt für Spiele, Musik und, wer hätte es gedacht, auch Klamotten.

Und da ziehe ich den Bogen auf mein Thema: Ich lege Wert auf Klamotten und Stil. Wie man meinen Stil bezeichnet, will ich nicht beurteilen – ich nenne es mehr oder weniger scherzhaft „Casual-Business-Look“. Da trage ich dann üblichen Kram von Tom Tailor, Jack & Jones und Tommy Hilfiger, die von kleinen, chinesischen Neugeboren zusammengefrickelt wurden. Gut und nicht zu teuer soll es sein, ähnlich wie bei Autos und Prostituierten. Die „Indie-Szene“ der Klamotten interessiert mich eigentlich nicht die Bohne – bis jetzt. Mein Kollege und Kumpel Simon, der eigentlich gar nicht so heißt mit Vornamen, ihn aber trotzdem so nenne, weil ich es total witzig finde, hat sein eigenes Mode-Label am Start. Und liefert dabei richtig heißen Scheiß ab, der sogar mich zum Kauf bewegt.

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Decrypt heißt seine Marke und setzt auf, nun… ich weiß nicht. Es setzt auf Verschlüsseltes und Verborgenes – Decrypt verschlüsselt quasi das Leben und die alltäglichen Dinge und bringt das auf Shirts und Pullover. Das gelingt ziemlich gut, denn einige Motive sind ziemlich abgefahren, obgleich sie doch irgendwie Bekanntes offenbaren.

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Mittlerweile hat er eine ziemliche Palette an Motiven, die ich allesamt einfach geil finde. Jetzt sagt ihr sicherlich: Mensch, Jannick, du sagst doch sonst nicht geil, nur, wenn etwas richtig, richtig gut ist, also ein Lapdance oder eine neue Folge Biene Maya. Ja, ihr habt recht. Mir liegt es fern, hier lediglich plumpe Werbung für einen Kumpel zu machen, damit er vielleicht zwei Shirts mehr verkauft und sich davon sein fünftes Bordell kauft. Ich will euch wirklich nahelegen, euch in Sachen Mode zu öffnen, nicht unbedingt für Decrypt, also in erster Linie schon, aber in zweiter Linie eben für die Klamotten-Szene abseits der großen Marken – sofern ihr überhaupt einen gewissen Zugang zu Mode habt. Gibt ja auch Leute, die darauf keinen Wert legen und aussehen wie verwahrloste RTL2-Zuschauer ohne Schulabschluss und Zähne.

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Was mir besonders an Decrypt gefällt: Sowohl schlichtes und „simples“ als auch total abgefahrenes Zeug sind hier am Start. Weil im Prinzip jedes Shirt von Tom Tailer, S. Oliver oder Superdry gleich ausschaut, ist Decrypt schon in seiner Alleinstellung interessant. Bei einigen Designs denkt man sich: Wie viel Koks wurde denn da mit Crack vermischt? Aber, und das ist ziemlich wichtig: mindestens faszinieren die Motive, meist sehen sie aber auch richtig, richtig gut aus. Gut im Sinne von: anders gut, weg vom Einheitlichen, vom Alltäglichen, und dennoch wird das Alltägliche auf crazy Art und Weise verinnerlicht und thematisiert.

Das klingt jetzt alles so euphorisch und voll supi und so. Das liegt daran, weil ich es voll supi finde. Kann ich ja nicht ändern, wenn ich es voll supi finde. Einige finden die Waffenlobby ja auch voll supi oder die FDP. Sollte man drüber streiten, aber das ist ja ein anderes Thema. Um den Stil von Decrypt zu verdeutlichen, solltet ihr euch das Image-Video anschauen, was atmosphärisch einfach mal alles zerstört:

Decrypt Supply Co. from AL ABAMA on Vimeo.

Ich könnte es verstehen, wenn jemand nicht auf diesen Stil steht und weiterhin bei KiK einkauft und sich über drei Paar Socken für 2,99 freut. Jedem das seine, heh? Aber ich kann euch nur empfehlen, mal ein Auge drauf zu werfen oder das eurer Freunde, Bekannten oder Haustiere – denn Talent muss man unterstützen, sonst versinkt es im Schatten der hiesigen Marken.

Hier gelangt ihr zum Shop —> Klick mich ganz schnell!

Hier geht’s zur Facebook-Seite —> Klick mich schneller!

Zum Image-Video —> Klick mich hart, aber zärtlich!

So, genug davon. Und wenn euch das alles nicht gefällt, habe ich DAS Argument für einen Kauf: Bald bin ich auch Bestandteil eines Motivs. Wenn ihr Decrypt kauft, tragt ihr ein Stück von mir auf eurer Haut. Was gibt es besseres?

Das Leiden der Shooter

Gewisse Spiele könnten die Branche verändern. Doch zu inkonsequent gehen sie diesen Weg, um mit stolzer Brust zu sagen: Ich bin besonders! Spec Ops – The Line von dem deutschen Studio Yager hätte so ein Spiel werden können, wenn es nicht so verdammt inkonsequent wäre. Denn objektiv betrachtet ist Spec Ops der mutigste Militär-Shooter, den es je gab: Er behandelt das Thema Krieg auf eine ernste Art und Weise, liefert den Spieler aus an moralisch fragwürdigen Entscheidungen. Spec Ops porträtiert den Krieg in all seinen Schattenseiten, offenbart das Leid der Soldaten. Es liefert so viele Momente, in denen ich mir sage: Bitte lasst es aufhören! Ich reflektiere mein Handeln, hinterfrage meine abgefeuerten Kugeln. Welcher Shooter kann ähnliches von sich behaupten?

Modern Warfare 1:

Modern Warfare 1 ist für mich schlicht einer der besten Shooter aller Zeiten. Weniger, wegen der Geschichte, vielmehr auf Grund der vielen Momente, die mich gepackt haben an der Kehle und sie mir bedingungslos zuschnürten. Die Scharfschützen-Mission in Russland überbietet viele der Genre-Vertreter in Sachen Dramatik und Spannung – wenn eine Armee aus Soldaten und Panzern an dir vorbei fährt, während du stumm und leblos wie eine Leiche im Gras liegst, offenbart das eine so große und intensive Dramaturgie. Auch die Atombomben-Szene geht in ihrer visuellen Art durch Mark und Bein. Dennoch: Die Handlung bietet üblichen Pathos, der in den üblichen Militär-Spielen üblicherweise oft gezeigt und benutzt wird. Der Charakter, den man als Spieler übernimmt, bleibt seelenlos, stumm, hinterfragt nix. Na klar: Mit Modern Warfare 1 öffnete sich das Kriegsszenario der Gegenwart; moderne Kriege und Popcorn-Unterhaltung mit Bezügen zur Realität erreichen die Masse. Aber Akzente setzten in der Darstellung von Leid und Tod? Nein.

Homefront:

Ansätze waren da bei Homefront. Obwohl die Handlung bescheuerter ist als die Biografie einer Eintagsfliege, liefert es die ein oder andere interessante Situation. Ausgangspunkt: Amerika wurde von ganz vielen Koreanern überrannt, die trotz ihrer Schlitzaugen anscheinend doch ganz gut schießen können. Da fährt man anfangs als Gefangener in einem Bus durch die von Korea kontrollieren Städte und sieht mit an, wie Menschen erschossen, verprügelt und misshandelt werden. Besonders tragisch: Die Eltern eines kleinen Mädchens werden an die Wand gestellt und erschossen; danach rennt das Mädchen weinend und schreiend zu ihnen, während sie tot da liegen und von der Geißel Koreas verzehrt wurden. Auch die Szene, in der man sich als Spieler in einem Massengrab versteckt, scheut sich nicht vor Aufregern. Aber all die Szenen und einige andere verlieren an Bedeutung, wenn die zu spielenden Charaktere nicht darauf reagieren. Was nützt es, in einem Meer aus Leichen zu liegen, wenn es hinterher keinen interessiert? Ein kleiner Spruch, uhohoh, das war echt ein bisschen schlimm, aber egal, muss ja weiter gehen, ratatatatatatata, bumm!, was war eben noch mal passiert? Homefront hätte die Branche nach vorn bringen können, versagt aber in der Inszenierung solcher Momente. Schade!

Battlefield, Medal of Honor, SOCOM, Operation Flashpoint und Konsorten:

Trieft und tropft vor Pathos, Propaganda und willenloser Soldaten – schließlich befiehlt es ihr Land.

Da wären wir bei Spec Ops: Obgleich die Handlung einige Lücken aufweist und auch die Spielmechanik konträr geht zur Inszenierung, packt es. Da sind es eben die Momente, in denen der Charakter hinterfragt und abwägt, das Gesehene nochmals abspult, um zu merken: Das war gerade ziemlich scheiße, so ’ne Scheiße! Spec Ops ist nicht frei von Fehlern – im Gegenteil: spielerisch wie technisch hält es kaum mit, von der Problematik zwischen Handlung und Spielmechanik will ich gar nicht erst reden. Aber, und dieses „aber“ ist mächtig groß: Spec Ops ist eines der wenigen Spiele, in dieser Herangehensweise vielleicht sogar das einzige Spiel, das den Krieg so darstellt, wie er letztlich ist: unnötig, unmenschlich. Der Krieg ist eine Droge – mit einem ähnlichen Satz beginnt der Film „Hurt Locker“, und zeigt ganz gut, wie Spec Ops wirken kann: wie eine hässliche, schreckliche Droge, die nichts bringt, außer der Gewissheit, etwas wirklich, wirklich schlechtes zu tun.

Mehr zum Thema lest ihr in meinem neuen Artikel auf Getgaming: klick.

Jahresrückblick 2012 – Ich folge dem Ruf…

Da ist es schon, das neue Jahr. 2013. Wow. Irgendwie  ging das alles ziemlich schnell. Ehe man sich versieht, knallt man Böller, Raketen und vieles andere, was ich jetzt nicht ausführen werde. Der Anfang des Jahres ist natürlich auch die Zeit der Rückblicke. Und genau so einen mache ich jetzt auch, speziell für’s Gaming. Das großartige Blog Polyneux ruft dazu auf, also folge ich dem Ruf und ziehe in den Jahresrückblick-Krieg. Hier meine Top 10 der Spiele 2012. Es werden aber nicht 10, sondern weniger. Hatte zu wenig Zeit dieses Jahr, zumal ich viele Titel lediglich angespielt habe und mir somit kein Urteil darüber erlauben kann/will.

7. Kingdoms of Amalur

Ich hab’s mir damals gekauft und wusste nicht warum. Ehrlich. Weder die Entwickler noch das Spiel an sich interessierten mich sonderlich. Vielleicht war das einfach so ein Reflex, meinen Spieleladen zu unterstützen und hab‘ irgendwas gekauft. Gott sei Dank macht Kingdoms of Amalur sauviel Spaß! Derartig in einer Welt verloren habe ich mich selten – bei Oblivion nicht, bei Skyrim auch nicht, ebenso wenig bei The Witcher oder Two Worlds. Vielleicht liegt es am spaßigen Kampfsystem, an der riesengroßen Welt und den hunderten Aufträgen. Ehrlich, hunderte Aufträge! Selten war ich so überfordert. Da eine Mission, hier ein Kopfgeld, dahinten ein zu zerstörendes Lager – ein Spiel, das zur Arbeit wurde. Immerhin hat die Arbeit hier Spaß gemacht. Also, kaufen! Vielleicht wollt ihr ja auch einen Spieleladen unterstützen, mit Kingdoms of Amalur seid ihr gut dabei. Aber wenn der Spieleladen Kondome oder Zigaretten hat; dann würde ich es mir nochmal überlegen!

6. Binary Domain

Was war ich überrascht! Ich erinnere mich gut an ein Pressevent von Sega, wo mir ein Entwickler das Spiel präsentierte. Ich sag’s euch: Das war ein Typ, wie ich ihn nie zuvor gesehen habe. Weißer Anzug, riesige, goldene Uhr mit dicken Diamanten, blondes Haar – das war ein Japaner! Ein Japaner mit blonden Haaren, das ist so wie Piratenpartei und gute Arbeit – passt halt nicht.

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Aber genug von dem blonden Entwickler, schließlich will ich hier von Binary Domain reden. Eigentlich macht Binary Domain nichts besser als die großen Vertreter des Third-Person-Genres: Vanquish ist adrenalinreicher, Gears of War wuchtiger, Max Payne interessanter. Aber: Binary Domain kombiniert eine  brillante Handlung mit einer tollen Spielmechanik. Selten war es spaßiger, einen Spinnenroboter, der die Skyline Tokyos entlang klettert, zu zerlegen. Es fühlt sich berauschend an, mit dem grandiosen Waffengefühl die Blechbüchsen auseinander zu nehmen und meinen Kameraden Befehle zu geben.

Und überhaupt: Die Handlung! Genial, ehrlich. Da stellt Binary Domain die Frage: Wie weit darf Technik gehen? Subtil und Stück für Stück offenbart das Spiel Fragen um Ethik, Moral und Gewissen, um am Ende in einem mitreißenden Finale auch emotional an den Eiern zu packen. Zugegeben: das Gegnerdesign ist so abwechlungsreich wie ein schlechter Porno, doch die Beziehungen zwischen den einzelnen Teammitgliedern belebt das Szenario und das sonst so bekannte Spielprinzip. Also, auch hier kaufen. Unbedingt!

5. The Darkness 2

Als Verfechter für interessante Shooter muss ich The Darkness 2 natürlich unterstützen. Unabhängig von meinem Fanatismus in Hinsicht des fortwährend verdummenden Shootergenres kann ich diesen urkomischen Shooter auch so lieben. Anknüpfend an die Handlung vom Vorgänger stellt sich ein Mafiaboss der Unterwelt, also der wirklichen Unterwelt, in Form von Dämonen und so, zumindest manchmal. Und da ebendiesem Mafiaboss zwei Dämonenarme aus dem Rücken wachsen, schlitzt er auf, entzwei und durch.

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Das immer gleiche Spielprinzip erhält durch diese spielerischen Möglichkeiten frische und so nötige Impulse. Ein Hochgenuss, die Köpfe der Gegner abzureißen, wegzuwerfen und von meinem kleinen Dämonenfreund einen dummen Spruch reingedrückt bekommen. Klingt fast wie mein Alltag, deswegen: abwechslungsreiche Shooter sind gute Shooter. So auch The Darkness 2.

4. Max Payne 3

Ich mag die ersten Teile von Max Payne. Gerade Teil 1 zählt zu den Meilensteinen der gesamten Branche. Auch Teil 2 setzt die grandios-düstere Stimmung fort – wer bei den Spielen nicht automatisch depressiv wird, nimmt entweder Antidepressiva oder heißt Florian Silbereisen. Gleiches gilt für Max Payne 3 nur bedingt, schließlich zieht es den namensgebenden Helden ins sonnige Sao Paulo. Dennoch drückt er mit fortwährenden Kommentaren dem Spiel einen so abgefuckt jämmerlichen Stempel auf, dass eine Suizid-Selbsthilfegruppe dagegen unendlich fröhlich wirkt.

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Aber hey, das ist halt Max Payne. Beschwert sich ja auch niemand, dass Angela Merkel hässlich wie ein zahnloser Mistkäfer ist – es ist halt good old Angie. Max verfällt den Drogen, verfällt Selbstmitleid, Selbsthass, er verfällt all dem schlechten dieser so verdammt schlechten Welt. Da hilft das sonnige Wetter in Sao Paulo wenig, denn er legt die Stadt eh in Schutt und Asche, wie es eine Atombombe nicht besser könnte. Bei Gott, beim Allmächtigen, bei mir und all den anderen Gottheiten: Nie hat ein Third-Person-Shooter ein so wuchtiges Spielgefühl rübergebracht. Ehrlich, nie war töten befriedigender, nie war es wuchtiger, intensiver, geiler! Ich verfalle in einen unbändigen Rausch, wenn Max in Zeitlupe ein Großraumbüro in wenigen Sekunden zum neuen Atombombentestgelände verwandelt. Klar, Rockstar weicht von allen Elementen der Vorgänger ab, aber die Handlung und Motive des gebrochenen Max sind nachvollziehbar und authentisch.

Ich danke Rockstar dafür, dass sie neues gewagt haben und sich nicht auf Altbewährtem ausruhen. Nur so bringt man der Branche frische Impulse!

3. Mass Effect 3

Scheiß Ende, scheiß Bioware und überhaupt: Scheiß auf die ganze Welt! So ähnlich hat es sich angefühlt, das Internet zu durchforsten, als der Großteil der Spielewelt Mass Effect 3 durchgespielt hat. Man kann das Ende ja schlecht finden, man kann Bioware dafür auch schelten, sollte man sogar. Die komplette Reihe deswegen gleich abzustempeln, halte ich für dumm und falsch. Seien wir mal ehrlich: Welche Spielereihe der letzten Jahre hat ein so ausgereiftes Universum wie Mass Effect, das zudem noch so genial inszeniert ist? Über drei Teile hinweg begleitete ich Shepard durch die, zugegeben, immer heile Welt, in der ein Held namens Shepard jede noch so große Last trägt und zum Retter allen Lebens aufsteigt. All das gipfelt im tollen dritten Teil, der spielerisch mehr Shooter denn je ist, durch kleine Rollenspiel-Einlagen aber durchaus Spaß bringt.

Über das viele Pipi in meinen Augen vor frohlockender Entzückung lege ich hier mal den Mantel des Schweigens. Bioware versteht es nach wie vor, emotional an den Eiern zu packen. Als Shepard richte ich über Menschenleben, über Planeten, über Völker. Die dazugehörigen Konsequenzen ertrage ich, ich muss es es ertragen, denn ich bin der Held, den die Menschheit braucht; und auch all die anderen Völker brauchen mich. Ja, das Ende empfand ich als wenig durchdacht. Und dass Bioware einknickt und sich in ihrer Vision beeinflussen lässt, sollte einem zu denken geben. Aber durch ein mittelmäßiges Ende lasse ich mir nicht eine so vortreffliche Reihe zerstören.

2. I Am Alive

Eigentlich ist I Am Alive ja ziemlich schlecht. Mal so ganz unvoreingenommen gesehen. Miese Grafik, schlechtes Speichersystem, frustige Spielmechanik. Doch all das kombiniert, ergibt eine einzigartige Spielerfahrung. Ich komme da in diese Welt, die seit Monaten zerfällt, es könnte kaum schlimmer sein. Ich will nur meine Familie finden, bin dafür durch Amerika gezogen, und das in Anbetracht der Katastrophe, die nie wirklich erklärt wird. Ein Mantel aus Staub legt sich auf das Land, hält die Menschen fest, beschränkt sie in all ihrem Tun. Und ich bin mitten drin. Selten habe ich Kugeln, und die brauche ich, um den Kannibalen und anderen Banden entgegen zu treten – treten allein, so in die Magengegend, hilft nicht.

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Hier entwickeln sich situativ höchst beunruhigende Momente, wenn ich mit einer Kugel in der Pistole vier bewaffneten Typen gegenüber stehe. Zwei davon haben ebenfalls Pistolen, die anderen beiden große Messer. Ich zücke die Waffe, drohe ihnen, schreie sie an, lüge – selbst beim fünften Mal ist das für mich noch sauspannend. Überleben definiert sich hier durch spannende Kämpfe und ein durch und durch fieses Speichersystem. Hinzu kommt die fummelige Spielmechanik. All das, so einzeln betrachtet, macht wenig Spaß. Aber kombiniert und im Zusammenspiel des Szenarios und der Handlung merke ich schnell: Natürlich nimmt mich das Spiel hart ran, weil auch die Welt, in der ich spiele, verdammt hart ist. Automatismen oder Zielhilfen – no way! Brauche ich hier nicht, würde nur die Atmosphäre zerstören, die mir nicht nur visuell, sondern auch spielmechanisch zeigt: Diese Stadt macht dich fertig, wenn du nicht zum überleben fähig bist.

1. Journey

Wie soll ich Worte finden für eine Liebe, die geprägt ist durch Stille? Ach, Journey, du mein liebes Journey, jedes getippte Wort kann deiner Erhabenheit nicht gerecht werden. Egal was ich schreibe, egal wie sehr ich mir den Kopf darüber zerbreche, wie ich deine Faszination beschreiben soll: du bist schlicht und einfach mein Spiel des Jahres 2012. Da kommt nix ran. Natürlich spielte ich viel, viel Gutes, viel Spannendes, rettete Welten, zerstörte sie, baute sie aus, aber die Welt von Journey, die habe ich schlicht genossen. Im Verbund eines stillen Begleiters sauste ich Sanddünen hinunter, kraxelte Ruinen empor, schwebte durch die Luft. Zu keiner Sekunde sprach jemand. Journey braucht keine Worte, um zu faszinieren, um zu berühren, um zu packen. Journey widersetzt sich dem Explosionstrend, der fortwährenden Intensivierung des Größeren, Spektakulären; Journey begeistert durch Stille, durch die Freundschaft zwischen zwei Spielern, die sich nicht kennen und nie kennen lernen werden.

Journey thematisiert das Zusammenspiel zweier Mitspieler so eindringlich wie kaum ein Spiel zuvor. Schließlich habe ich keine Ahnung, mit wem ich da reise. Woher er kommt, aus welchem Land, welche Sprache er spricht, weiß ich nicht. Ich dachte im Vorfeld: Sicherlich gibt es auch in Journey totale Vollspastis, die mir im Weg stehen und sich wild bewegen wie ein Epileptiker nach einer Folge Dragonball. Acht mal spielte ich Journey durch, und jedes Mal war mein Begleiter jemand, der mich brauchte, der auf mich wartete, mir Tipps gab. Eine solche Erfahrung erlebte ich bis heute in keinem anderen Spiel. Und ich glaube, das wird sich auch niemals ändern. Dafür bin ich den Entwicklern unendlich dankbar.

So, thats it. Und jetzt mal schön bei Polyneux vorbei schauen. Bitte, danke, Honigkuchen.

Depressionen und Winter

Jetzt erwartet ihr sicher einen Text über den Winter, den dazugehörigen Depressionen und ganz viel schlechte Laune. Aber das bekommt ihr nicht, ha! Ich will euch nämlich nur aufmerksam machen auf zwei neue Texte von mir. Der erste Text, nun, der spiegelt ein bisschen meine depressive Stimmung wider hinsichtlich des Spielemarktes: der ist nämlich irgendwie langweilig geworden. Spiele, auf die ich mich freue, lege ich gelangweilt in die Ecke, wenn ich sie habe. Beispiel: Dishonored. Wie ich mich darauf gefreut habe! Aber was kam am Ende dabei heraus? Zwei Stunden Spielzeit und ein ganz mieses Gefühl. Mehr dazu erfährt ihr in meiner Kolumne auf Getgaming.de.

Der zweite Text, nun, der ist auch ein bisschen depressiv. Ok, anscheinend liegt der Winter doch schwer auf meinem Gemüt. Aber egal. Der Film „Winter’s Bone“ ist es einfach wert – er ist es wert, über ihn zu schreiben, ihn zu lieben, ihn bedingungslos weiterzuempfehlen. Und das tue ich auch, nämlich mit meiner Filmkritik auf Nerdgedanken.de.

So, noch was: ich habe gestern Inception gesehen. Kurzum: der beste und beeindruckendste Film, den ich je gesehen habe. Ehrlich. Da kommt nix ran. Kein Fight Club, Sieben auch nicht, American History X ebenso nicht. Inception ist in jeder Hinsicht groß: großartig, groß im Schauspiel, groß in der Handlung. Ha! Die Worte muss ich mir merken, ich versuche mich nämlich gerade an einer Filmkritik. Ob die jemals fertig wird und falls ja, wo ich sie dann veröffentliche, weiß ich noch nicht. Mal gucken.