Angeguckt: Cabin in the Woods, 96 Hours, Schwergewicht

Wenn man einen Blog hat, steht man in einer gewissen Verpflichtung den Lesern gegenüber. Wer schreibt, will gelesen werden – das wusste schon Goethe, Schopenhauer oder Wolf Schneider. Deswegen wäre es auf Dauer unangebracht, wenn ich hier das bereits Geschriebene verlinke. Mein Blog braucht schließlich einen gewissen Mehrwert. Und wie geht das am besten? Klar, indem ich auch hier schreibe. Tja, genialer Schachzug, oder?

Ich habe das Format, das ich gleich vorstelle, mindestens schon auf 55 anderen Blogs gesehen. Aber: egal. Was die können, kann ich schon lange. Vermutlich qualitativ minderwertiger, aber: egal. Meine Damen, meine Herren, ich stelle vor mein neues Blog-Format: Angeguckt! Ja, schau an, „Angeguckt“! Da geht es im Prinzip um kurze Kritiken zu Filmen und Serien, die ich mir in den vergangenen Tagen angeschaut habe. Dabei lege ich keinen Wert auf Nuancen im Schauspiel oder whatever: ich hasse zugegebenermaßen nichts mehr als „intellektuelle“ Filmkritiken, die als Inhalt nur aufgeblähte und furchtbare Fremdwörter bieten. Das will ich nicht. Ich schreib aus der Leber heraus, wie das Gesehene auf mich wirkte. Ohne Gewähr. Und Gewehr. Los geht’s, meine lieben Liebenden!

96 Hours – Taken 2

Ja, was war das denn? Nix war das, gar nix! Der erste Teil war noch richtig fett: der alternde Liam Neeson tritt einfach mal Ärsche wie Chuck Norris, nur in cool. Wie er da Türen eintritt, Jungspunde verkloppt, einfach aus purer Wut alles tötet was mindestens ein Bein hat – ganz großes Actionkino. Aber der zweite Teil? Nee, das war kein großes Actionkino. Das war leider alterndes Actionkino. Neeson wirkte schwerfälliger, irgendwie älter, verbraucht. Auf Action getrimmte Autofahrten langweilten mich wie der Duden – und die füllten auch noch die Hälfte des Films! Gut, Maggie Grace als Kim: nett anzusehen, ohne Frage. Eigentlich war auch das Grundgerüst vielversprechend: Statt der Tochter wird Mutter und Vater entführt. Geht aber nicht auf. Weil die Action wenig packt, weil es irgendwie zu inszeniert, zu gewollt ist.

Es kommt nicht auf dieses Gefühl von unbändiger Wut. Eben dieses Gefühl, das man Neeson ansah im ersten Teil, zu jedem Zeitpunkt, bei jedem Schuss, jedem Schlag. Hier prügelte er sich nur einmal richtig leidenschaftlich und zwar am Ende. Das war ein richtiger Faustkampf, wie echte Männer ihn führen. Davor lässt er gefühlt fünf mal seine Frau gefesselt und geschunden zurück. „I’ll be back“, sagte der Terminator. Er hat es wenigstens eingehalten!

Bewertung: Zwei von fünf Faustschlägen. Weil wegen ist so!

Das Schwergewicht

Good old Kevin James hat nur eine Begabung: er bringt Menschen zum lachen. Eine schöne und lobenswerte Begabung, auf alle Fälle. Aber nach einigen selbst für ihn schwachen Filmen kam endlich wieder ein Knaller raus: Das Schwergewicht. Handlung: Kevin James als ehemals bester Lehrer, jetzt gelangweilt von seinen dummen Schülern. Als plötzlich der Musikunterricht gestrichen werden soll, auf Grund von Geldnöten, beschließt er, mit Mixed-Martial-Arts-Kämpfen Kohle zu verdienen. Erst will er nur verlieren; weil es selbst da noch richtig Kohle regnet! Aber wie das so ist mit dem Ehrgeiz: Er bekommt professionelle Hilfe und geht sogar in die UFC, die höchste MMA-Liga.

Gut, für die Geschichte gibt’s kein Preis für Innovation. Da hätte Uwe Boll spannenderes hinbekommen. Aber: es macht Spaß. Wenn Kevin James nach einem anstrengenden Kampf auf seinen besiegten Gegner kotzt, biedert er sich zwar an am plumpen Humor, aber genau das ist mein Humor. Was habe ich bei der Szene gelacht, herrlich! Auch seine Flirtversuche bei Salma Hayek – wie der letzte Tölpel! Klar, am Ende geht alles irgendwie gut aus, die Kinder sind happy, Kevin James hat ein breiteres Kreuz als Jesus und die Welt dreht weiter ihre Runden. Doch wenn die heile Welt so viel Spaß macht – dann immer wieder gern!

Bewertung: Fünf von fünf Spaßsterne. Oder so.

Anal mit dem Wal

Hat manchmal seine Längen.

Cabin in the Woods 

Alles für die Quote: der Quoten-Schwarze, die Quoten-Blonde, der Quoten-Sportler, der Quoten-Kiffer, die Quoten-Heldin. Und dann noch in einem Horrorfilm! Das wirklich Gute daran ist: es funktioniert! Bei Gott und Kratos und Boris Becker: Cabin in the Woods macht unfassbar viel Spaß! Selten habe ich bei einem Horrorfilm so gelacht und war gleichzeitig so neugierig auf die Entwicklung der Handlung. Ausgangspunkt der Geschichte: Fünf junge Erwachsene machen Urlaub, mitten im Wald, altes Haus, fernab jedweder Zivilisation. So weit, so bekannt. Aber immer wieder kommen Wissenschaftler ins Bild, geben Wetten ab, haben die Truppe auf zahlreichen Bildschirmen, sie haben irgendwie alles im Blick.

Und dann kommt es, wie es kommen muss: Sie entdecken im modrigen Haus einen tiefen und dunklen und natürlich total mysteriösen Keller. Szenenwechsel: Wieder die Überwachungszentrale, Bildschirme zeigen Zombies, die aus ihren Gräbern steigen. Was geht hier ab? Die „Truman Show“ im Horrorgenre? Fast. Die Wissenschaftler lenkt die Truppe gezielt mit Türen, die sich abschließen wenn sie es wollen, mit speziellem Gas, das die sexuellen Antriebe warmlaufen lässt, und als die Zombies kommen, fädeln die Wissenschaftler alles so ein, dass die Gruppe im Haus nur sterben kann. Die Spannungskurve hält sich angenehm bei „ich will mehr wissen!“, bis es am Ende einfach nur absurd und unglaublich wird. Aber im positiven Sinne! Plötzlich erscheinen einfach ALLE Monster, die das Horrorgenre je gesehen hat, und der Plan, die Erde zuretten, geht ganz schön schief. Herrlich! Abstrus, urkomisch, nicht wirklich gruselig, aber ziemlich atmosphärisch. Und wenn Wolf Schneider lesen würde, wie ich mich Adjektiven um mich werfe, er würde mich furchtbar, furchtbar schlagen!

Bewertung: Fünf von fünf Zombies, weil Zombies cool sind.

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So, das war die erste Ausgabe von „Angeguckt“, dem kreativsten Format unter allen Blogs dieser Welt und Bayern. Und jetzt haut mal bitte ein paar Filmtipps in die Kommentare oder sonst einen Müll: hauptsache Kommentare!

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